Fitness-Gadgets #1: Meine Erfahrungen mit Sony Smartband SWR10

Eingetragen bei: Meine Meinung | Zuletzt aktualisiert: 13. März 2017 | 3
12 Min. Lesezeit

Hey Leute!

Seit Beginn diesen Jahres versuche ich in meinem Leben Fitness- und gesundheitsmäßig auf die richtige Bahn zu kommen.
Ich studiere, habe zwei Jahre bei ALDI gearbeitet, aber hab mich sonst kaum bewegt. Wenn in der Mensa der Salat nicht gut aussah, wurde eben ein zweiter Pudding genommen. Essen selbst kochen? Fehlanzeige, dafür hatte ich „keine Zeit“. Sport nach der Uni? Fehlanzeige, dafür war ich „zu müde“.

Also kam ich auf die Idee, mir ein Fitnessarmband zu holen. Ich wollte wissen, wo ich stehe, wie viele Schritte ich gehe. Wie ich schlafe. All diese Dinge, die so ein Band nunmal aufzeichnet.
Dazu wollte ich aber weitere Funktionen haben, wie einen Schlafphasenwecker und Vibrationen, wenn ich Nachrichten über WhatsApp erhalte.
Zusätzlich sollte das Armband für einen Studenten mit nicht gerade großem Budget bezahlbar sein. Das geht nicht? Geht doch!

Nach langer Recherche habe ich mich für das Sony Smartband SWR10 entschieden: Der erste Fitnesstracker aus dem Hause Sony. Ich habe ihn mir als Amazon Warehousedeal für 34,95€ gekauft. Mittlerweile erhält man es schon neu für 29€*.
Für alle Apple-Nutzer: Dieses Band gibt es nur für Android.

In diesem Artikel sollt ihr erfahren, wie ich meinen Tracker finde, was er kann und an welche Grenzen er mich getrieben hat.

Ein Überblick über das Smartband SWR10

Das Smartband habe ich gebraucht gekauft. Wahrscheinlich eine Retoure auf Amazon ohne Gebrauchsspuren, nur die Verpackung geöffnet.

Auf dem ersten Blick sieht die Verpackung ganz gut aus. Enthalten sind 5 Teile: Zwei Wechselarmbänder, beide Schwarz, nur für verschiedene Armstärken, ein Verschluss für die Armbänder, ein kurzer Startup Guide, sowie das Herzstück des Armbands: Der „Core“.

Der Core hat einen kleinen Knopf an der Seite, worüber man die meisten Funktionen auslöst. Auf der gleichen Seite sind auch noch 3 LEDs, die je nach Funktion unterschiedlich aufleuchten. In der Oberseite des Cores ist ein Klopfsensor o.ä. verbaut, sodass man verschiedene Funktionen auch durch leichtes Klopfen auf die Oberseite des Armbands auslösen kann.

Außerdem besitzt der Core auch einen Micro-USB Anschluss und ist somit wiederaufladbar. Die durchschnittliche Akkulaufzeit soll 2-3 Tage betragen, die Aufladezeit 30 Minuten.

Über den Core kann man zwischen Schlaf- und Wachmodus per Knopfdruck wechseln. Alles andere will das Armband selbst erkennen. Das Armband synchronisiert mit dem Handy per Bluetooth, fürs Smartphone werden die gesammelten Daten in der App „Lifelog“ hübsch aufbereitet.

Der Clou am SWR10: Man kann für den Core verschiedenste Armbänder dazukaufen und ihn in jedes Armband einsetzen. In den Gummiarmbändern sitzt er so gut, dass er in der Kombi Wasserfest sein soll und man mit ihm Schwimmen gehen kann. Schwimmen war ich nicht, aber mehrere Duschen hat das Gerät definitiv überstanden!
Zur Haptik der Gummiarmbänder (nur die hab ich getestet): Sie haben eine geriffelte Oberfläche und sehen ganz nett am Arm aus, wenn auch sehr sportlich – nicht unbedingt mit schicken, zartem Schmuck kombinierbar oder so. Durch das Material und die Oberfläche sammelt sich sehr schnell Dreck und Staub darin, man muss es also auch täglich säubern.

Es gibt eine Vielzahl an Farben, und auch Armbänder aus Leder oder Stoff (Allerdings nur von Drittanbietern).
Die Farbauswahl der Gummibänder

Einrichtung des SWR10

Ich muss sagen, die Einrichtung des Smartbands finde ich ein wenig umständlich, denn man muss 3 (!) Apps installieren, um das Band in seinen Basisfunktionen nutzen zu können und kann noch mehr installieren, um es im vollem Umfang nutzen zu können.

Allerdings wird man darauf auch im beiliegenden StartUp Guide und in jeder der Apps hingewiesen, wenn etwas fehlt.
Wer gerne NFC nutzt, kann hiermit auch sein Band schnell verbinden und den Prozess beschleunigen.
Einfach NFC am Smartphone aktivieren und mit dem Band die Rückseite des Smartphones antippen. Es sollte sich nun im Play Store die passende App öffnen und ihr könnt sie installieren und werdet weiter durch den Prozess geführt.

Kein NFC am Smartphone? Dann startet mit der Smart Connect App von Sony , holt euch danach die SmartBand SWR10 App und zu guter letzt Lifelog. Nun könnt ihr das Armband in der Basisfunktion nutzen. Wie man es erweitert nutzen kann, dazu komme ich später.

Nach oder vor dem Einrichten muss der Core noch vollständig aufgeladen werden. Das ist in 30-40 Minuten auch erledigt. Dann heißt es: Band anlegen. Warten. Loslaufen, wie auch immer.
Smart Connect
Preis: Kostenlos
SmartBand SWR10
Preis: Kostenlos
Lifelog
Preis: Kostenlos

Meine Erfahrungen mit dem SWR10

Ich habe das SWR10 natürlich ausgiebig getestet. 3-4 Monate habe ich es getragen, bis ich gemerkt habe, dass ich das Gummi des Armband nicht vertrage.
Insgesamt kann ich schonmal vorweg nehmen, dass ich abgesehen von der Unverträglichkeit nicht immer zufrieden war.
Der erste Tag mit dem SWR10 war ganz gut. Ich bin gelaufen, hatte das Gefühl, mein Armband zählt das auch ganz gut mit. Abends, als ich schlafen wollte, musste ich einen Knopf drücken, um es in den Schlafmodus zu versetzen.
Zuvor habe ich in der passenden App einen Wecker gestellt: Das Band sollte mich am nächsten Morgen wecken, wenn ich mich in der richtigen Schlafphase befinde. Dazu hatte das Band einen Zeitraum von einer Stunde. Sollte ich mich am Ende dieser Stunde immernoch nicht in der richtigen Phase befinden, würde es mich ganz am Ende wecken.
Für diese Funktion musste mein Armband die ganze Nacht über mit dem Handy via Bluetooth verbunden sein. Naja gut, also los!

Übersicht in der Smart Connect App, hier kann man u.a. den Wecker stellen

Am nächsten Morgen weckte mich mein Band via Vibration fast zu Beginn des Zeitraumes, weil ich mich angeblich in einer Leichtschlafphase befand. So fühlte ich mich aber nicht: Ich war totmüde.

Naja gut, kann man ja mal verschmerzen. Schade fand ich aber auch zusätzlich, dass das Band nicht gerade leise vibriert, das Geräusch war deutlich zu hören und hat auch meinen Partner geweckt…
Beim Bewegen will das Band zwischen verschiedensten Bewegungsarten unterscheiden, unter anderem: Gehen, Laufen, Fahrrad fahren, Auto fahren, Zug fahren usw. Obwohl das Band wasserfest und zum schwimmen geeignet sein soll, fehlt das hier leider in der Reihe!

Das Band muss auch nicht immer mit dem Handy verbunden sein, ein tägliches oder auch selteneres Synchronisieren reicht aus, denn das Band hat einen Zwischenspeicher von mehreren Tagen. Wenn das Band nicht mit dem Handy verbunden ist, zeichnet es allerdings nicht den Bewegungsverlauf so präzise auf, sondern unterscheidet „nur“ zwischen gehen, laufen und radfahren.

Diese Erkennung funktioniert aber weder gut in Verbindung mit dem Smartphone, noch ohne: Wenn ich im Supermarkt einkaufe oder die Regale einräume – sprich laufe, ohne meine Hände zu bewegen, wird das ganze schon als Radfahren gezählt und verfälscht somit die Schrittbilanz. Auch beim Haare kämmen sowie Zähne putzen sollte man das Band besser abnehmen. Nur um mal einige der vielen Beispiele zu nennen. 😉

Lifelog – ein Daten- und Akkufresser

Die App Lifelog, die die Daten des Bandes aufbereiten soll, trifft leider auch nicht ganz meinen Geschmack. Das Ganze soll wie eine Art Tagebuch funktionieren und ohne das eigene zutun den ganzen Tag protokollieren. Es teilt die Apps auf dem Handy in verschiedene Kategorien ein und trackt auch diese. So kann man am Ende des Tages nicht nur sehen, wann man sich wie bewegt hat, sondern auch, wann man Musik gehört, Videos geguckt oder im Netz gesurft hat.

Hier sieht man die verschiedenen Aktivitäten, die Lifelog tracken will
Grundsätzlich ist die Idee ja ganz nett, aber trotzdem hätte ich mit gewünscht diese ausschalten zu können. Mein Handyakku hat nämlich sehr unter der App gelitten und ich bin seit Kauf des Smartbandes nie wieder mit dem Akku durch den Tag gekommen, egal ob Bluetooth an oder ausgeschaltet war.
Mit der Zeit habe ich einen Workaround gefunden: In der App lässt sich das automatische Synchronisieren ausschalten und so verbraucht die App weniger Akku. Abends kann man es dann für einige Minuten anschalten, damit die App mit dem Smartband synchronisieren kann.
Wer auf den Bewegungsverlauf mit Auto usw. wert legt, muss dann allerdings darauf verzichten.
Wenn ich übrigens die Funktion dann doch nutzen wollte, wurden die meisten meiner Apps nicht richtig eingeteilt oder erkannt, also war der Akkuverbrauch auch noch sinnlos.Was mir allerdings gefällt, ist die Animation mit dem Männchen, was sehr liebevoll darstellt, wie der Tag verlaufen ist.

Den Bewegungsverlauf kann man allerdings nicht editieren. So kam es vor, dass ich laut App „Fahrrad gefahren“ bin, aber eigentlich nur einen Wagen geschoben hatte und ich das nicht löschen konnte. Ärgerlich, denn das Ganze verändert die Kalorienbilanz ziemlich, die die App natürlich auch ausrechnen will.

Auch richtige Workouts oder Mahlzeiten lassen sich mit Lifelog nicht tracken, es geht hierbei um reine Bewegungen. Schade!

Die Datenaufbereitung könnte auch etwas genauer sein, z.B. bei den Schlafdaten. Der Schlaf wird nur prozentual nach tiefem und leichten Schlaf aufgeteilt. Das ist ja schonmal ganz nett, aber was soll ich mit den Daten denn anfangen? Ich weiß nicht, welcher Schlaf nun besser ist. Ich hätte mir etwas mehr Coaching von der App gewünscht.
Manche Ereignisse werden in sogenannte Einblicke zusammengefasst, da kommt immerhin ein bisschen der Coachinggedanke raus. Nach meinem Test des Smartbandes wurden noch sog. „Herausforderungen“ in die App gepatcht. Diese sollen wohl zum Bewegen motivieren, indem man Punkte sammelt, eine ganz nette Idee 🙂

Wenig Verbindung mit weiteren Apps möglich

Sehr enttäuscht hat mich auch, dass sich das Smartband mit wenigen Apps von Drittanbietern verbinden lässt. Wenigstens Apps wie runtastic oder MyFitnessPal hätte ich mir gewünscht, um mir dann vielleicht eine genaue Übersicht von Essen und weiteren Workouts in der Hauptapp anzeigen zu lassen.

Kommen wir nun aber zu den erweiterten Funktionen des Smartbands. Mithilfe diverser weiterer Apps von Sony kann man gemeinsam mit dem Smartband neue Funktionen am Smartphone auslösen – stabile Bluetoothverbindung natürlich vorausgesetzt.
Zum Beispiel kann man mit dem Band den Musikplayer steuern, es als Fernauslöser für die Kamera verwenden oder einen lauten Klingelton aktivieren, damit man das Handy in hektischen Situationen wiederfindet.

Jede Funktion für sich ist klasse – schade, dass man dafür wieder weitere Apps installieren muss. Außerdem nicht gut gelöst: Es lässt sich immer nur eine Funktion auswählen. Dabei finde ich alle mehr oder weniger gut und würde sie gern im Wechsel verwenden. Ein regelmäßiger Wechsel war mir allerdings zu umständlich. Trotzdem habe ich sie alle für euch getestet.

Smartphone finden: Hierbei soll der Knopf am Core doppelt gedrückt werden. Mit einem Tippen auf den Core wird der Ton aktiviert. Erneutes Tippen auf dem Core stoppt den Ton wieder und auf dem Handy lässt er sich natürlich auch ausstellen.
Für mich macht die Funktion aber wenig Sinn, denn wenn ich mein Handy verlege, ist es meistens so weit weg, dass es kein Bluetooth mehr hat.
Fernauslöser: Funktionalität ähnlich wie bei der ersten Funktion. Die Kamera wird beim aktivieren geöffnet und zählt noch die in der Kamera App eingestellten Sekunden für den Fernauslöser runter. Schade nur, dass hierfür auch noch eine Sonyeigene Kameraapp verwendet wird, die mir nicht wirklich zusagt.
Media-Player steuern: Für mich die spannendste Funktion. Nach doppeltem Drücken der Core-Taste kann man mit verschiedenen Tipp Gesten entweder ein Lied vor/zurück springen oder play/pause drücken.
Das hab ich mir eigentlich ganz cool vorgestellt: Ich fahre Auto, höre Musik über bluetooth und muss nur noch lässig auf mein Armband tippen, wenn mir ein Lied nicht gefällt.
Leider falsch gedacht. Das Aktivieren der Media-Player Funktion wird leider nur durch die LEDs am Armband bestätigt. Ich hätte mir da irgendwie noch Vibration gewünscht, denn die kann ich beim Autofahren wenigstens spüren. So wurden leider kaum Tippgesten richtig erkannt, meistens hat er nicht ein Lied weitergespult sondern hat meistens Play/Pause gedrückt.
Naja gut, dann halt ohne Zusatzfunktionen…
Sehr Interessant fand ich auch, dass man sich bei bestehender Bluetooth-Verbindung via Vibration über Anrufe und eingehende Benachrichtigungen informieren lassen kann. Dies klappt auch ganz gut. Wünschenswert wäre allerdings gewesen, für verschiedene Apps verschiedene Vibrationsmuster einzustellen, z.B. wenn eine e-Mail reinkommt vibriert das Band zweimal kurz, bei WhatsApp einmal lang. Oder so ähnlich.
Für ambitionierte User gibt es hier die Möglichkeit, diese Funktionalität mit Tasker oder Automate und einem Plugin für das Band nachzurüsten. Achtung, bei einem Klick auf dem Link wird die Apk direkt heruntergeladen.
Wenn Interesse an mehr Hacks mit dem SWR10 besteht, mache ich dazu einen eigenen Post. 🙂

Zusätzlich gibt es noch die „Life-Bookmark“ Funktion, die in Verbindung mit Lifelog funktionieren soll. Dabei drückt man doppelt auf den Knopf des Cores und schon sollen aktuelle Daten in Lifelog gespeichert werden, wie eine Art Tagebucheintrag. Leider hat diese Funktion bei mir gar nicht funktioniert, deswegen kann ich diese nicht bewerten.
Ich habe ein paar Lesezeichen manuell erstellt, doch außer des Timecodes gaben sie nicht wirklich viel Info her. Den Text „Lesezeichen“ kann man noch editieren, aber irgendwie hab ich mir was anderes darunter vorgestellt.

Fazit: Nicht für Fitness, sondern für Geeks

Ich mag es, mit technischen Gadgets rumzuspielen und mit so Dingen wie NFC Chips, diverse Bluetooth Kleingeräte und ähnlichem mein Leben einfach ein bisschen einfacher zu machen.
Dafür ist dieses Smartband perfekt. Ich habe sehr viel Spaß gehabt, diverse Funktionen auszutesten und neue Dinge mit Tasker zu implementieren.Doch zum Fitnesstracken war dieses Armband absoult nicht geeignet, da für mich der größte Fehler in der App Lifelog besteht. Als Schlafphasenwecker scheint sich das ganze auch nicht zu lohnen, da ich beim Wecken immer müde war.

Nicht für mich geeignet war auch das allgemeine Handling: Wie bereits erwähnt, habe ich nach langer Tragezeit das Armband nicht vertragen und hatte rote Stellen am Handgelenk. Außerdem habe ich immer häufiger vergessen, den Akku aufzuladen, weil auch keine richtigen Warnungen seitens des Smartbands kamen.

Zusammenfassend würde ich sagen: Für Geeks und Gadgetfreunde eventuell geeignet, aber auch da gibt es bessere Spielzeuge. Für Sportsfreunde nicht geeignet, sucht euch was anderes zum Tracken.

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Verfolgen Sabrina:

Studentin (Wirtschaftsinformatik)

Ich bin eine Studentin der Universität zu Köln, 20 Jahre alt und vielseitig interessiert. In meinem Blog schreibe ich über Themen, die mich interessieren wie die DIY-Kultur oder der Umgang mit dem Smartphone. In der letzten Zeit interessiere ich mich auch sehr für Sims 4 Mods, wofür ich einen eigenen Blog aufgemacht habe.

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