Zero Waste #4: die Menstruationstasse

Zero Waste #4: die Menstruationstasse

Eingetragen bei: Lifestyle | Zuletzt aktualisiert: 13. März 2017 | 0
5 Min. Lesezeit

Hey meine Lieben!

Heute möchte ich auf ein Thema eingehen, das vielen Frauen eher unangenehm ist: die Menstruation. Aber ich (und auch viele andere Frauen) haben etwas entdeckt, was diese Zeit unglaublich erleichtert. Und nebenbei tut man noch was für die Umwelt 😉
Wenn wir uns das Ganze mal genauer ansehen, hat man seine Periode von etwa 15-55 Jahren (mehr oder weniger). Das wären 40 Jahre, also 480 Monate, davon jeweils 7 Tage, macht 3.360 Tage an denen wir bluten.
Also ich habe im Schnitt so 6 Tampons am Tag verwendet, das wären auf die Zeit gerechnet 20.160 Tampons. Da ich immer „o.b. comfort normal“ verwendet hab, lag die Packung mit 56 Tampons bei ca. 4 €.
Wenn man jetzt mal hochrechnet, wäre ich bei 360 Packungen, also 1.440€ die ich nur für Tampons ausgegeben hätte. Bei Binden ist das zugegeben etwas weniger, aber dafür viel mehr Müll.

Wenn man aber Menstruationstassen benutzt, kosten die 40 Jahre nur etwa 100-150€. Je nach dem welche man benutzt. Denn so eine Tasse hält im Schnitt sage und schreibe 10 Jahre!

 
Was sind die Vorteile einer Menstruationstasse?
Meiner Meinung nach zwingt sie einen, sich mit seinem Körper auseinander zu setzen. Ich finde, jeder sollte einen guten Bezug zu seinem Körper haben.
Sie ist wiederverwendbar, trocknet nicht aus, hat keinen störenden Faden, kann bis zu 12 Stunden drin bleiben, man spürt sie nicht, kann damit Sport machen, Schwimmen und Reiten. Sie ist auf lange Sicht gesehen günstiger, da sie zwar ca. 30€ kostet, aber 10 Jahre hält. Auch das gefürchtete TSS (Toxic Shock Syndrom) trat bei der Tasse bisher nicht auf. Das TSS wird durch Zellulose-Bakterien ausgelöst und Zellulose hat die Menstruationstasse im Gegensatz zum Tampon nicht. Den Müll nicht zu vergessen.. 20.000 Tampons gegen 4-6 Tassen.

Das Material:
Die Menstruationstasse oder der Menstruationscup bestehen aus medizinischem Silikon oder TPE (Thermoplastisches Elastomer). Das sind Materialien, die so auch in der Medizin angewendet werden, und daher ohne Zusatzstoffe sind. Es kann sich also nichts aus dem Material lösen.

Zur Hygiene:
Die Tasse wird ganz zu Anfang und immer nach der Periode ausgekocht. Das etwa 20-30 Minuten. Dazu kommt ein Schuss Essig oder Zitronensaft, damit keine Kalkflecken entstehen. Vor dem Herausnehmen und Einführen immer die Händewaschen. Aber das gilt auch bei Tampons..

Das Prinzip:
Der Muttermund sitzt über oder in der Tasse, aus ihm kommt das Blut. Es fließt in die Tasse und diese wird dann ausgeleert. Die Tasse kann bis zu 12 Stunden drin bleiben. Ihr solltet sie nur nicht vergessen (passiert manchmal, da man sie nicht spürt). Sie hat auch keinen Faden, der aus einem heraushängen kann. Allerdings einen Stiel, aber den könnt ihr abschneiden, falls er stört.
Die Tasse wird gefaltet und eingeführt wie ein Tampon. Wenn sie weit genug drin ist, lässt man sie los und sie „ploppt“ auf. Dann wird sie etwas hochgeschoben, sodass sie um den Muttermund sitzt oder darunter.

Das Ausleeren:
Nein, das Blut läuft dabei nicht über die Hand. Ihr geht auf die Toilette, drückt die Tasse unten zusammen (löst den Unterdruck) und holt sie raus. Da die Öffnung nach oben ist, könnt ihr sie bequem in die Toilette auskippen. Danach wird sie gut durchgespült und wieder eingesetzt.

Wie finde ich „meine Tasse“?
Es gibt viele Hersteller mit vielen Härtegraden und Größen. Eine Tasse kostet um die 30 €. Meine ist die Lunette 2 für ca. 25€.

Stand des MuMu: Um die wirklich Richtige zu finden, müsst ihr den Stand eures Muttermunds während der Tage morgens und abends messen. Unbedingt während der Periode, weil das Gewebe sich durch Hormoneinwirkung in dieser Zeit anders verhält und der Muttermuns wandert. Das macht ihr einmal, dann ist es erledigt. Man führt einen sauberen (!) Finger ein, ertastet ihn und und misst am Finger wie viele cm es sind. Er fühlt sich wie ein Donut an und hat ein Loch in der Mitte (oder bei Müttern einen Schlitz). Diese Daten sind wichtig, denn nur so kann man Fehlkäufe vermeiden.
Beckenboden: Dazu müsst ihr noch die Stärke eures Beckenbodens wissen (verliert ihr Urin beim springen, könnt ihr gut einhalten?). Führt dafür einfach wieder einen Finger ein und spannt den Beckenboden an. Wenn ihr nur ein „tippen“ spürt, ist er schwach, wenn ihr den Finger quetschen könnt, ist er stark.

Im Prinzip sind das die wichtigsten Daten. Euer Alter und ob ihr Sport macht und welchen, können auch mit beeinflussen welche Tasse ihr braucht.

Es gibt die Gruppe „Menstruationstasse“ auf Facebook. Wenn ihr die wirklich richtige Tasse für euch finden wollt, lasst euch dort beraten.
Ansonsten sind die Angaben der Hersteller auch sehr hilfreich. Achtet dann neben deren Angaben noch darauf, dass die Menstruationstasse in etwa so lang ist wie euer MuMu-Stand. Damit ist der Cup ohne Stiel gemeint, denn der lässt sich abschneiden.
Ich kann euch aber die Damen in der Facebook-Gruppe wärmstens empfehlen. Auch ich habe mich da beraten lassen und bin super zufrieden. Ich verwende die Tasse nun schon 5 Monate und liebe sie!

Ich hab noch vergessen zu erwähnen, wie herrlich es ist, wenn man keinen Faden unten rausbaumeln kann. Der verheddert sich ja gerne mal und zieht. Die Tasse trocknet auch nicht aus 😉
Ich habe von Frauen gehört, deren Schmerzen wesentlich weniger sind, seit sie die Tasse verwenden. Probiert es aus!

Schont euren Körper und die Umwelt, werdet Tassenträgerin!

Alles Liebe,

Verfolgen Ela:

Ich bin Studentin der Oecotrophologie (Ernährungs- und Haushaltswissenschaften) an der Hochschule Niederrhein und interessiere mich neben der Ernährung auch für den Zero Waste Lifestyle (Konsumverhalten), Mealprep, veganes und interkulturelles Essen, Horrorfilme, Basteln, Selbstfindung und Sport. Mit meinen Beiträgen möchte ich euch inspirieren und über das ein oder andere Thema zum Nachdenken anregen.

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