Zero Waste #1: Alternativen zu Shampoo, Duschgel & Co.

Zero Waste #1: Alternativen zu Shampoo, Duschgel & Co.

Eingetragen bei: Lifestyle | Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2017 | 2
7 Min. Lesezeit

Hallo ihr Lieben!

Drauf gestoßen bin ich durch eine vegane Freundin, die das schon länger macht.

Seifen als Alternative zu Shampoo, Duschgel & Co.

Als gelernte Kosmetikerin stand ich dem Ganzen äußerst skeptisch gegenüber. Aber als dann immer mehr Leute in meinem Umfeld meine Meinung dazu wollten, hab ich recherchiert.
Nachgefragt habe ich dann bei manna Naturkosmetik, die diese Seifen produzieren und online verkaufen. Es gibt Spezielle für das Gesicht, für den Körper und für die Haare. Ich wollte von ihnen wissen, was genau diese Seifen von gewöhnlicher Kernseife unterscheidet.

Kurz mein Wissen durch die Ausbildung: Seifen haben einen alkalischen pH-Wert, die Haut einen leicht sauren (5,5). Durch das Waschen mit Seife, verändert sich der pH-Wert der Haut kurzzeitig, was sie anfälliger für Keime macht und sie wird durch die starke Waschkraft ausgetrocknet.

Die Firma antwortete mir, dass die pflegende Wirkung auf die Zusammensetzung der Seife ankommt. Ihre Seifen hätten alle eine Überfettung von bis zu 20%.
Für diejenigen, die nicht wissen, wie eine Seife hergestellt wird: Ein Fett (in diesem Fall Kokosfett, Olivenöl oder Sheabutter) wird mit einer Lauge unter Hitzeeinwirkung in einem bestimmten Verhältnis vermischt. Wenn das ganze abkühlt, erhält man ein Seifenstück.
Das mit der Überfettung hat mich neugierig gemacht und auch, dass die Firma mit ihrer Chemikalienfreiheit wirbt. Ich habe dann ein paar Seifen bestellt: eine für die Haare, zwei für den Körper und eine für das Gesicht.

Das Paket:

Die Seifen kamen in einem kleinen Karton an und die Seifen waren teils nur von einem Papierstreifen, andere, mit wohl intensiveren Duft, zusätzlich von einer Schutzfolie umgeben. Laut Hersteller ist die gesamte Verpackung abbaubar/recyclebar. Zusätzlich bekam ich als kleines Geschenk ein ätherisches Öl dazu, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da ich eine Duftlampe besitze 🙂

Das Experiment:

Um die Wirksamkeit der Seifen zu testen wollte ich für ein paar Wochen komplett auf meine herkömmlichen Shampoo, Duschgels, Waschpeelings, Bodylotions und sonst alle Pflegeprodukte für Haut und Haare verzichten.

Zu Beginn habe ich deshalb alle herkömmlichen Duschgel- und Shampooflaschen gesammelt und weggestellt. Auch auf herkömmliche Gesichtspflege etc. habe ich verzichtet um die pflegende Wirkung der Seifen zu überprüfen. Einzige Pflege: Kokosöl.

Der erste Versuch:

Ich habe mir dann zuerst die Haare mit der Haarseife gewaschen. Dazu muss man das Seifenstück erst in der Hand und dann auf den nassen Haaren aufschäumen und den Schaum dann gut verteilen. Der Schaum fühlte sich normal an. Aber nach dem Auswaschen waren die Haare so „quietschig“ beim Anfassen (anders schlecht zu erklären). Frei von jeglichem Fett und für mich unglaublich unangenehm.
Der Körper ließ sich viel einfacher einseifen, fühlte sich danach aber genauso unangenehm an. Das Gesicht ebenso.
Als Spülung für die Haare wurde mir eine Mischung von 1 Teil Apfelessig und 2 Teile Wasser empfohlen, außerdem die Haare kühl auswaschen. Der Essiggeruch stach mir etwas in der Nase und das kalte Wasser rann mir den Rücken herunter.
Also kann man sagen, das ganze schien mir überhaupt nicht verlockend.
Zum Abschluss habe ich die nasse Haut mit Kokosöl eingerieben. Danach war sie unglaublich weich und duftete lecker nach Kokosnuss 🙂

Das Ganze hat dann die Kosmetikerin in mir natürlich bestärkt. Sowas kann doch nicht gut sein für die Haut!
Da einem aber ausdrücklich gesagt wird, dass man einige Zeit zur Umstellung benötigt, bin ich dran geblieben. Außerdem sind die Seifen nicht so günstig, dass ich sie hätte wegschmeißen wollen.

Normalerweise dusche ich alle 2 Tage und meine Haare fetten auch erst nach 2 Tagen, aber in der Zeit musste ich mich wirklich zusammenreißen, da die Haare nicht so wollten. Die Haut war durch das Kokosöl sehr schön gepflegt.

Nach 2 Wochen:

Das mit den Haaren hatte sich schnell gelegt. Sie waren unglaublich weich und gepflegt. Bei den Haaren hatte ich allerdings gar keine Bedenken, da Shampoo ebenso alkalisch wirkt. Die Essigspülung machte das Haar kämmbar, sogar mehr als meine Spülung es konnte. (Ich kämme mit einem grob-gezinkten Kamm von unten nach oben, um nicht zu viel auszureißen)
Ich hab dann auch mal zwischendurch eine normale Spülung benutzt, aber danach waren die Haare bloß strohig und trocken.
Dann habe ich das Kokosöl weggelassen (mehr aus Faulheit 😀 ) und hab es zuerst nicht geglaubt. Als meine Haut trocken war, fühlte sie sich trotzdessen unglaublich weich an. Ich hab das Kokosöl dann für die folgende Woche weggelassen und es blieb so. Ich bin nämlich zuerst davon ausgegangen, dass die Haut von den vorherigen Malen noch gepflegt war.

Mit meinem Gesicht ist das allerdings so eine Sache. Ich neige zu trockener Haut, weshalb sie nach dem Waschen immer spannt, egal ob mit Seife oder Waschgel. Bei Menschen mit ähnlichem Problem empfehle ich die Haut nach dem Waschen immer zu pflegen. Wer auch hier auf die teuren Chemiebomben verzichten will, kann auf Kokosöl setzen. Einfach ein wenig in die feuchte Haut einmassieren.

Da die Haarseife so schnell aufgebraucht war, hab ich mich nach einer günstigeren Alternative umgesehen und verwende jetzt aus dem Biomarkt Seifenstücke à 2€ mit natürlichem Duft nach Lavendel, Rose und Zitronengras *_*
Sie sind nicht so rein in der Zusammensetzung wie die Mannaseifen, aber für die Haare ist das vollkommen in Ordnung so. Als Verpackungs sind sie nur von einem schmalen Papierstreifen umgeben. Für die Haut möchte ich sie nicht verwenden, da sie nicht so pflegend sind.

Mein Fazit:

Die Verpackung der Seifen kann recycelt werden und so eine Körperseife kann bei richtiger Anwendung (in der Hand aufschäumen, wenig Wasser, trocken lagern) genauso lange wie ein Duschgel halten (oder länger). Der Preis ist gerechtfertigt durch die Zusammensetzung und die Wirkung auf die Haut. Die Gesichtsseifen halten viel länger durch als eine Tube Reinigungsgel und sind damit auf längere Sicht günstiger. Zur Pflege greife ich dann nur noch auf ein wenig Kokosöl zurück. Eine Seife kostet ca. 5-6 €.
An das Gefühl beim Waschen gewöhnt man sich, es geht leider nicht weg. Aber man hat schnell raus, wie man sich beim Abduschen anfassen kann, ohne dass es unangenehm wird. Das Gleiche gilt für die Haare.
Die Haare sind viel gepflegter als vorher und total weich, oder wie meine Ausbilderin sagen würde: „geschmeidig“ 😀
Die Essigspülung ist vieeel günstiger als herkömmliche Spülungen aus dem Drogeriemarkt. Dazu habe ich eine Spüli-Flasche ausgespült und mit der Lösung befüllt. 500ml reichen bei mir für 3-4 Haarwäschen. Eine 750mL Flasche Apfelessig kostet etwa 2€ und reicht dementsprechend für 13-18 Haarwäschen.

Im Biomarkt bekommt man die Glasflaschen übrigens auch mit einem Metalldeckel 😉

Wenn ich bedenke wie schnell meine Spülung bei gleicher Menge immer leer war.. Man kann auch den Essigteil minimal reduzieren, dann hält die Flasche für noch ein paar Wäschen mehr. Man kann aber auch sicher noch sparsamer mit der Lösung umgehen, aber ich spüle lieber gründlich 😉
An den Essiggeruch gewöhnt man sich übrigens auch ganz schnell!
Die übrigen Duschgele etc. verschenke ich jetzt nach und nach an Bekannte und Freunde.

In meinem Badezimmer stehen jetzt viel weniger Produkte rum und die Seifen haben einen schönen Platz zur Aufbewahrung bekommen. Die Umstellung war etwas unangenehm, aber ich spare dadurch all die Plastik-Flaschen ein, die im Müll gelandet wären und all das Mikroplastik, was ins Wassersystem gelangt wäre. Nicht zu vergessen, die Chemikalien! Ich meine, habt ihr mal die Inhaltsstoffe eines Duschgels gelesen? Das alles landet auf eurer Haut und gelangt darüber auch in euren Körper.

Allerdings ist nicht alles Chemie, was sich in den Inhaltsangaben nach Chemie anhört! Wenn ihr da etwas mehr Durchblick haben wollt, empfehle ich euch einen Ratgeber wie „Kosmetik-Inhaltsstoffe von A bis Z“ von Heinz Knieriemen“. Der Link führt direkt zu Amazon. Wenn gewünscht kann ich auch gerne mal eine Rezension schreiben.

Falls ihr noch Fragen oder Anregungen habt, nutzt dafür einfach die Kommentarfunktion 😉

Verfolgen Ela:

Ich bin Studentin der Oecotrophologie (Ernährungs- und Haushaltswissenschaften) an der Hochschule Niederrhein und interessiere mich neben der Ernährung auch für den Zero Waste Lifestyle (Konsumverhalten), Mealprep, veganes und interkulturelles Essen, Horrorfilme, Basteln, Selbstfindung und Sport. Mit meinen Beiträgen möchte ich euch inspirieren und über das ein oder andere Thema zum Nachdenken anregen.

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2 Antworten

  1. Sehr schöner und ausführlicher Beitrag ☺️ ich habe vor kurzem auch umgestellt und bin insgesamt sehr zufrieden mit der Entscheidung 👍🏼
    Besonders beim Reisen ist plötzlich jedes Produkt viel kleiner und Reise freundlicher ☺️

    • Hallo Jessica,
      vielen Dank für den lieben Kommentar 🙂
      Wie man an dem Datum erkennen kann, ist meine Umstellung jetzt auch schon ein paar Monate her und ich würde nie wieder zurück zu normalem Shampoo 🙂
      Ja auf Reisen hat man mit Seifen schon echt einen Vorteil 😀
      Es läuft nix aus und man braucht im besten Fall nur ein kleines Stück Seife.

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